Stahlkategorien — alle 49 Gruppen des Katalogs
49 Stahlkategorien durchstöbern — mit der Zahl der enthaltenen Sorten: Bau-, Werkzeug-, nichtrostende, hitzebeständige und Gusslegierungen.

Unlegierte Baustähle
Zu den unlegierten Baustählen zählen alle kohlenstoffarmen Stähle, bei denen die Eisenbegleiter festgelegte Mindestwerte nicht überschreiten. Für ihre Verwendung sind vor allem die Streckgrenze, die Umformbarkeit und die Schweißeignung entscheidend. Sie sind weich, biegsam, zäh und dehnbar, aber nicht durch Wärmebehandlung härtbar.\\n\\nDie Streckgrenzen liegen zwischen 185 und 450 N/mm². Diese Stähle sind kostengünstig und reichen für die meisten einfachen Anwendungen aus. Mit steigendem Kohlenstoffgehalt erhöhen sich Festigkeit und Härte, jedoch vermindern sich dadurch die Zähigkeit, die Schmiedbarkeit und die Schweißbarkeit. Zum Einsatz kommen diese Stähle im Maschinen- und Stahlbau.

Einsatzstähle
Einsatzstähle sind legierte oder unlegierte Stähle mit niedrigen Kohlenstoffgehalten zwischen 0,05 und 0,25 %. Diese Stähle sind für die Einsatzhärtung vorgesehen. Ziel des Einsatzhärtens ist eine möglichst harte Randschicht herzustellen, während der Kern des Stahles zäh bleibt. Beim Einsatzhärten wird die Oberfläche gezielt mit Kohlenstoff angereichert und gehärtet.

Phosphorlegierte Stähle
Phosphorlegierte Stähle sind Stähle, bei denen Phosphor gezielt als Legierungselement eingesetzt wird. Sie zeichnen sich durch eine durch Phosphor unterstützte Festigkeit und Zerspanbarkeit aus und werden für Bauteile eingesetzt, bei denen diese Eigenschaften eine effiziente Fertigung und ein zweckmäßiges Betriebsverhalten unterstützen.

Warmfeste Baustähle
Warmfeste Baustähle werden für Bauteile für Kraftwerke/Wärmekraftanlagen und im Maschinenbau bei Temperaturbeanspruchungen bis ca. 550°C - 600°C verwendet. Diese Stähle besitzen auch bei hohen Temperaturen gute mechanische Eigenschaften.

Bake-Hardening-Stähle
Bake-Hardening Stähle sind Blechstähle, die während des Einbrennens des Lacks nach der Umformung eine zusätzliche Festigkeit entwickeln. Sie verbinden eine gute Umformbarkeit beim Pressen mit einer verbesserten Beulbeständigkeit bei fertigen Karosserieblechen und anderen umgeformten Blechbauteilen.

Vergütungsstähle
Vergütungsstähle sind Stähle, die aufgrund ihrer chemischen Zusammensetzung für die Wärmebehandlung des Vergütens zur Erlangung höherer Festigkeiten bei guter Zähigkeit geeignet sind. Sie haben in der Regel einen Kohlenstoffgehalt von C = 0,25 - 0,60 %. Unter Vergüten versteht man eine zweistufige Wärmebehandlung, bei der der Stahl zuerst bei Vergütungstemperatur stark erwärmt und anschließend schnell abgekühlt (abgeschreckt) wird. Durch die schnelle Abkühlung verzerrt das Gefüge und so entsteht eine höhere Festigkeit. Anschließend wird der Stahl wieder leicht erwärmt (angelassen) und damit die Festigkeit etwas zurückgenommen um die Zähigkeit zu verbessern.\\n\\nVergütungsstähle sind in der DIN EN 10083 genormt.

Alterungsbeständige Stähle
Alterungsbeständige Stähle sind so zusammengesetzt, dass sich ihre mechanischen Eigenschaften während der Lagerung und im Einsatz nur begrenzt verändern. Ihr zeitlich stabiles Verhalten macht sie für tragende und umgeformte Bauteile geeignet, bei denen eine gleichbleibende Leistung wichtig ist.

Feinkornbaustähle
Feinkornbaustahl ist eine Bezeichnung für Baustähle, die sich in Ihren Eigenschaften speziell zum Schweißen eignen. Sie haben eine höhere Streckgrenze als vergleichbare Stähle. Aufgrund des negativen Einflusses von Kohlenstoff auf die Schweißbarkeit eines Werkstoffes beträgt der maximale Kohlenstoffgehalt bei Feinkornbaustählen weniger als 0,2 %. Diese Eigenschaften werden bei der Stahlerzeugung durch die Beisetzung von sauerstoff- und stickstoffabbindenden Elementen erreicht. Die feine Körnung im metallurgischen Gefüge wird durch Legierungselemente erreicht, deren Nitride und Carbide erst bei höheren Temperaturen in Lösung gehen. Sie sind bei gleicher Zusammensetzung fester und zäher als grobkörniger Stähle. Verwendung finden Feinkornbaustähle vor allem bei hoch auf Zug beanspruchten Stahlbetonkonstruktionen wie Brücken, beim Bau von Kränen, Hydraulikzylindern oder anderen Schweißkonstruktionen aufgrund ihrer besonderen Schweißeignung sowie im Offshore -Bereich.

Mikrolegierte Stähle
Bei mikrolegierten Feinkornstählen handelt es sich um kohlenstoffarme Stähle. Die Zulegierung von Niob, Titan oder Vanadium in geringen Mengen bietet im Vergleich zu den weichen DC-Stählen jedoch ein enormes Festigkeitspotenzial bei guter Umformbarkeit. Die geringen Kohlenstoffgehalte (< 0,1 %) sorgen zudem für eine gute Schweißbarkeit des Materials. Als mikrolegiert bezeichnet man Stähle, denen man 0,01 bis 0,1 Massenprozent an Aluminium, Niob, Vanadium und/oder Titan zulegiert, um zum Beispiel über Bildung von Karbiden und Nitriden und Kornfeinung eine hohe Festigkeit zu erzielen. Ihre Kurznamen setzen sich wie bei Baustählen aus der Mindeststreckgrenze zusammen.

Blech und Spaltband
Blech und Spaltband sind flache, dünne Metallprodukte, die als Tafeln oder schmale Längsstreifen für die Fertigung geliefert werden. Sie zeichnen sich durch kontrollierte Dicke, Breite und Umformbarkeit aus und eignen sich für Verkleidungen, Gehäuse, umgeformte Teile und andere gefertigte Bauteile.

Federstähle
Als Federstahl werden Werkstoffe für die Herstellung technischer Federn bezeichnet. Eine technische Feder ist ein Bauteil, das die von außen aufgenommene Krafteinwirkung aufnehmen, speichern und dann auch wieder abgeben kann. Federstahl wird auch eingesetzt, wenn besondere Anforderungen an die Abriebfestigkeit oder Steifigkeit gestellt werden. Federstahl ist ein Stahl, der im Vergleich zu anderen Stählen eine höhere Festigkeit besitzt. Jedes Bauteil kann bis zu einer durch den Werkstoff bestimmten Spannung (Elastizitätsgrenze) verformt werden, um danach ohne bleibende Verformung elastisch in den Ausgangszustand zurückzukehren. Die Werkstoffeigenschaft, die das ermöglicht, ist die Elastizität. Darüber hinausgehende Verformungen führen zu plastischer Deformation. Entscheidend ist hierbei das Streckgrenzenverhältnis, d.h. das Verhältnis von Streckgrenze zu Zugfestigkeit des Werkstoffs, welches bei Federstählen üblicherweise im Bereich >85% liegt.

Automatenstähle
Ein Automatenstahl ist ein Stahl, der für die spanenden Fertigungsverfahren Drehen und Bohren (ununterbrochener Schnitt) auf automatisierten Werkzeugmaschinen optimiert ist. Durch Legieren mit Phosphor oder Schwefel bilden sich spröde Einschüsse, an denen die Späne brechen können. Durch Legieren mit Blei entstehen feinverteilte heterogene Bleieinschlüsse im Stahl, an denen die Späne brechen können. Automatenstähle für sehr hohe Schnittgeschwindigkeiten werden mit Blei legiert. Da während des Legierens aus der Schmelze toxische Bleidämpfe frei werden, muss eine besondere Ausrüstung des Stahlwerks zum Absaugen und Abscheiden der Dämpfe eingesetzt werden. Deshalb werden bleilegierte Automatenstähle nicht mehr in großen Mengen hergestellt. Durch Legieren mit Schwefel (0,08 % - 0,4 %) und Mangan (0,7 % - 1,7 %) können ähnliche Eigenschaften eingestellt werden wie mit der Bleilegierung. Durch den Schwefelzusatz entstehen weiche, zeilenförmig ausgeprägte Mangansulfideinschlüsse im Stahl, an denen die Späne brechen. Verwendet werden Automatenstähle hauptsächlich in der Serienfertigung auf Drehautomaten und kombinierten Bearbeitungszentren. Die wichtigsten Automatenstähle sind in der DIN 1651 / EN 10087 bzw. EN 10277-3 aufgeführt. Verwendet werden Automatenstähle hauptsächlich in der Serienfertigung auf Drehautomaten und kombinierten Bearbeitungszentren. Die wichtigsten Automatenstähle sind in der DIN 1651 / EN 10087 bzw. EN 10277-3 aufgeführt.

Höherfeste Stähle
Höherfeste Stähle sind Konstruktionswerkstoffe, die höhere Lasten als herkömmliche Baustähle tragen können und dabei eine zweckmäßige Duktilität behalten. Sie werden für tragende Konstruktionen und Bauteile eingesetzt, bei denen die höhere Festigkeit eine effiziente Werkstoffnutzung und dauerhafte Fertigungskonstruktionen ermöglicht.

Dualphasenstähle
Dualphasenstähle sind Stähle mit einer ferritischen Matrix, die eine dispergierte martensitische Phase enthält. Diese Kombination schafft ein ausgewogenes Verhältnis von Festigkeit, Duktilität und Umformbarkeit und macht sie für umgeformte Struktur- und Sicherheitsbauteile, insbesondere im Fahrzeugbau, geeignet.

Feinkorn-Kaltpressstähle
Feinkorn-Kaltpressstähle besitzen ein verfeinertes Gefüge und verbinden Festigkeit mit der für eine Verformung bei niedrigen Temperaturen erforderlichen Duktilität. Sie werden für umgeformte Bauteile eingesetzt, bei denen eine zuverlässige Formgebung und gleichbleibende mechanische Eigenschaften erforderlich sind.

Komplexphasenstähle
Complexphasenstähle sind höherfeste Stähle mit einem gezielt eingestellten, fein ausgebildeten Mehrphasengefüge. Sie verbinden hohe Festigkeit mit einer zweckmäßigen Umformbarkeit und werden für leichte Struktur- und Sicherheitsbauteile im Automobilbau eingesetzt, bei denen Verformungswiderstand wichtig ist.

Hochfeste Mehrphasenstähle
Hochfeste Mehrphasenstähle sind eisenbasierte Werkstoffe mit mehreren Gefügebestandteilen, die für eine hohe Festigkeit bei zweckmäßiger Duktilität ausgelegt sind. Sie werden für tragende und crashrelevante Bauteile eingesetzt, bei denen Gewichtseinsparung, strukturelle Leistungsfähigkeit und Energieaufnahme wichtig sind.

Kaltfließpressstähle
Kaltfließpressstähle sind Werkstoffe für den Maschinenbau, die durch Kaltumformen und Fließpressen zu Bauteilen geformt werden. Sie verbinden die für erhebliche plastische Verformungen erforderliche Duktilität mit der für kaltumgeformte Verbindungselemente, Automobilteile und andere Präzisionsbauteile erforderlichen Festigkeit und Zähigkeit.

Kaltzähe Baustähle
Kaltzähe Baustähle sind Stähle, die speziell für niedrige Temperaturen ausgelegt sind. Es handelt sich dabei um Stähle, die bei Temperaturen zwischen 0°C und -273°C eingesetzt werden. Während normalerweise bei Stählen mit sinkenden Temperaturen die Zähigkeit sinkt, wird bei kaltzähen Stählen dieser Effekt durch bestimmte Legierungselemente verzögert und somit in tiefere Temperaturbereiche verschoben. Kaltzähe Stähle werden in der chemischen und petrochemischen Industrie, der Kältetechnik und der Luft- und Raumfahrttechnik verwendet.

Stähle für Oberflächenhärtung
Stähle für Oberflächenhärtung sind so ausgelegt, dass sie eine harte, verschleißbeständige Oberfläche und zugleich ein zäheres Inneres entwickeln. Sie werden für Zahnräder, Wellen und andere Maschinenteile eingesetzt, bei denen neben dem Widerstand gegen Oberflächenverschleiß auch Widerstand gegen Stoß- und Biegebeanspruchung erforderlich ist.

Unlegierte Wälzlagerstähle
Wälzlagerstähle zeichnen sich durch ein hohes Maß an Härte, Standzeit, Verschleißfestigkeit und Maßbeständigkeit aus. Auf Grund dieser guten Eigenschaften werden diese Legierungen für verschleißbeanspruchte Bauteile im Maschinenbau und in der Automobilbranche verwendet. Sie finden ihren Einsatz z. B. als Kugel-, Rollen- und Nadellager sowie in verschleißbeanspruchten Bauteilen wie Pumpenwellen.

Unlegierte Werkzeugstähle / Kohlenstoffstähle
Unlegierte Werkzeugstähle / Kohlenstoffstähle sind Kohlenstoffstähle, deren Gebrauchseigenschaften vor allem durch den Kohlenstoffgehalt und die Wärmebehandlung entwickelt werden. Sie zeichnen sich durch eine hohe erreichbare Härte und Verschleißbeständigkeit aus und werden für Schneidwerkzeuge, Stempel, Gesenke, Lehren und andere Werkzeuge eingesetzt, bei denen Schneidhaltigkeit und Verformungsbeständigkeit wichtig sind.

Werkzeugstähle für Kaltarbeit
Werkzeugstähle für Kaltarbeit sind hochfeste Werkzeugwerkstoffe für Umform-, Schneid- und Bearbeitungsvorgänge, die ohne wesentliche Erwärmung des Werkstücks durchgeführt werden. Sie zeichnen sich durch hohe Härte, Verschleißbeständigkeit und die Fähigkeit aus, eine scharfe oder maßgenaue Arbeitskante zu erhalten, und eignen sich dadurch für Gesenke, Stempel, Schneidwerkzeuge und andere Werkzeuge mit wiederholter mechanischer Kontaktbeanspruchung.

Werkzeugstähle für Warmarbeit
Werkzeugstähle für Warmarbeit sind legierte Stähle für Werkzeuge, die mit erwärmtem Metall in Kontakt arbeiten. Sie zeichnen sich durch Warmhärte, Verschleißbeständigkeit, Zähigkeit und Widerstand gegen thermische Ermüdung aus und eignen sich dadurch für Gesenke, Formen, Stempel und andere Schmiede-, Strangpress- und Druckgusswerkzeuge.

Schnellarbeitsstähle
Schnellarbeitsstähle sind legierte Werkzeugstähle, die Härte und Schneidfähigkeit behalten, wenn sich Werkzeuge bei der Hochgeschwindigkeitszerspanung erwärmen. Ihre Warmhärte und Verschleißbeständigkeit machen sie für Schneidwerkzeuge wie Bohrer, Fräser, Gewindebohrer und Räumnadeln geeignet.

Wälzlagerstähle
Wälzlagerstähle sind kohlenstoffreiche Stähle, die für Wälzlager und andere Bauteile mit wiederholter Kontaktbeanspruchung ausgelegt sind. Nach geeigneter Wärmebehandlung zeichnen sie sich durch hohe Härte, Verschleißbeständigkeit und Widerstand gegen Wälzkontaktermüdung aus. Sie werden für Lagerringe, Laufbahnen und Wälzkörper eingesetzt, wenn ein zuverlässiger Betrieb unter zyklischen Belastungen erforderlich ist.

Nichtmagnetisierbare Stähle
Nichtmagnetisierbare Stähle zeichnen sich durch eine niedrige Permeabilität , das Fehlen jeglicher Magnetisierbarkeit und eine hohe Festigkeit und Korrosionsbeständigkeit aus. Durch das Zulegieren der Legierungselemente Mangan und Molybdän wird gegenüber normalen rost- und säurebeständigen Stählen das austenitischen Gefüge stabilisiert. und die Ferritbildung vermieden. Dadurch erreicht man die amagnetischen Eigenschaften sowie eine höhere Beständigkeit gegen Seewasser. Diese Legierungen werden auch U-Boot-Stahl genannt.

Nickel-Eisen-Legierungen mit definierter Wärmeausdehnung
Nickel-Eisen-Legierungen mit definierter Wärmeausdehnung sind Werkstoffe, die für eine vorhersehbare thermische Ausdehnung und eine gute Maßbeständigkeit ausgelegt sind. Sie werden für Glas-Metall-Dichtungen, elektronische Gehäuse und Präzisionsinstrumente eingesetzt, bei denen die Begrenzung thermischer Fehlanpassungen wichtig ist.

Rost- und säurebeständige Stähle
Rost- und säurebeständige Stähle sind korrosionsbeständige legierte Stähle, deren Chromgehalt die Bildung einer schützenden passiven Oberflächenschicht fördert. Sie werden für Anlagen, Konstruktionen und Bauteile eingesetzt, die Feuchtigkeit, Chemikalien oder hygienischen Einsatzbedingungen ausgesetzt sind; unterschiedliche Legierungszusammensetzungen werden je nach erforderlicher Korrosionsbeständigkeit, Festigkeit, Umformbarkeit oder Schweißbarkeit gewählt.

Sonderstähle Luft- und Raumfahrt
Sonderstähle Luft- und Raumfahrt sind speziell entwickelte Stähle, die kontrollierte mechanische Eigenschaften und zuverlässiges Betriebsverhalten unter anspruchsvollen Einsatzbedingungen bieten. Ihre Legierung und Wärmebehandlung ermöglichen Bauteile, die eine Kombination aus Festigkeit, Zähigkeit und Ermüdungsbeständigkeit benötigen, darunter Flugzeugstrukturen und Triebwerksteile.

Rost- und säurebeständiger Stahlguss
Rost- und säurebeständiger Stahlguss umfasst nichtrostende Stahlwerkstoffe, die durch Gießen hergestellt werden und Korrosionsbeständigkeit mit der Möglichkeit zur Herstellung komplexer Bauteilgeometrien verbinden. Zusammensetzung und mechanisches Verhalten variieren je nach Sorte; eingesetzt wird er für korrosionsbeständige Gussteile wie Pumpen, Ventile und verfahrenstechnische Anlagen.

Hitzebeständige Stähle
Hitzebeständige Stähle sind legierte Werkstoffe, die ihre zweckmäßigen mechanischen Eigenschaften im Einsatz bei erhöhten Temperaturen erhalten und Oxidation oder Verzunderung widerstehen. Sie werden für Bauteile in Öfen, Kesseln, Wärmetauschern und Anlagen zur Energieerzeugung eingesetzt, die heißen Gasen oder anhaltender Wärmeeinwirkung ausgesetzt sind.

Ventilstähle
Ventilstähle sind legierte Stähle für Ventilbauteile, die Wärme, Druck, Verschleiß und korrosiven Einsatzbedingungen ausgesetzt sind. Sie zeichnen sich durch Kombinationen aus Festigkeit, Härte, Zähigkeit sowie Oxidations- oder Korrosionsbeständigkeit aus, die auf die Einsatzumgebung abgestimmt sind. Typische Anwendungen sind Motorventile und industrielle Ventilbauteile, bei denen zuverlässiges Betriebsverhalten und Maßbeständigkeit erforderlich sind.

Hitzebeständiger Stahlguss
Hitzebeständiger Stahlguss umfasst gegossene Eisenlegierungen für den Einsatz bei erhöhten Temperaturen, bei denen Beständigkeit gegen Erweichen und thermische Schädigung wichtig ist. Er wird für Ofenbauteile, Wärmebehandlungsanlagen und andere Gussbauteile in Hochtemperaturanlagen eingesetzt, die während der Erwärmung zuverlässige mechanische Eigenschaften benötigen.

Heizleiterlegierungen
Heizleiterlegierungen bestehen aus zwei oder mehr metallischen Komponenten, deren jede aufgrund ihres relativ hohen spezifischen elektrischen Widerstands bereits die Eigenschaft eines Heizleiters besitzt, nämlich elektrische Energie in Wärmeenergie umzuwandeln. Durch das Legieren werden positive Eigenschaften der einzelnen Heizleiter verstärkt und eine differenzierte Anpassung an den Einsatz als Heizelement ermöglicht

Hochwarmfeste Stähle
Hochwarmfeste Stähle sind so ausgelegt, dass sie ihre zweckmäßige Festigkeit und Gefügestabilität bei der Einwirkung erhöhter Temperaturen erhalten. Ihre Legierungssysteme verleihen ihnen Beständigkeit gegen Oxidation, Kriechen und den Verlust mechanischer Eigenschaften bei längerer Erwärmung, wodurch sie für Ofenbauteile, Wärmetauscher, Kessel und andere Anlagen für den Warmbetrieb geeignet sind.

Hochwarmfeste Stähle / Luftfahrtvariante
Hochwarmfeste Stähle / Luftfahrtvariante sind hitzebeständige Werkstoffe, die ihre Festigkeit und Gefügestabilität bei längerer Einwirkung erhöhter Temperaturen erhalten. Ihre Legierung verleiht ihnen Beständigkeit gegen Kriechen, Oxidation und thermische Schädigung, wodurch sie für Triebwerksbauteile von Luftfahrzeugen und andere Bauteile im Heißgasbereich geeignet sind.

Hochfeste Stähle
Hochfeste Stähle sind für die Aufnahme hoher Lasten bei gleichzeitigem Widerstand gegen Verformung ausgelegt. Sie werden für tragende Konstruktionen, Fahrzeuge und Maschinen eingesetzt, bei denen Festigkeit, Dauerhaftigkeit und ein reduziertes Werkstoffgewicht wichtig sind.

Ausscheidungshärtende Stähle
Ausscheidungshärtende Stähle sind legierte Stähle, die durch die Bildung feiner Ausscheidungen während einer kontrollierten Wärmebehandlung verfestigt werden. Sie werden für Bauteile eingesetzt, die neben hoher Festigkeit und Härte auch eine zweckmäßige Zähigkeit und Maßbeständigkeit benötigen.

Sonderstähle für die Wehrtechnik
Sonderstähle für die Wehrtechnik sind legierte Stähle für anspruchsvolle wehrtechnische Anwendungen. Sie zeichnen sich durch kontrollierte Zusätze von Elementen wie Nickel, Chrom, Molybdän und Vanadium aus, die Kombinationen aus Festigkeit, Zähigkeit, Härtbarkeit und Verschleißbeständigkeit unterstützen. Sie werden für hoch belastete tragende, mechanische und schützende Bauteile eingesetzt, bei denen zuverlässiges Betriebsverhalten erforderlich ist.

Kaltzähe Stähle
Kaltzähe Stähle sind so ausgelegt, dass sie bei niedrigen Einsatztemperaturen ihre Zähigkeit behalten und dem Sprödbruch widerstehen. Sie werden für Anlagen und Konstruktionen eingesetzt, die kalten oder kryogenen Bedingungen ausgesetzt sind und bei denen eine zuverlässige Kerbschlagzähigkeit wichtig ist.

Bor-legierte Einsatzstähle
Bor-legierte Einsatzstähle sind niedriggekohlte legierte Stähle, die nach dem Einsatzhärten eine harte Oberfläche und einen zäheren Kern entwickeln. Der Borzusatz verbessert die Härtbarkeit, während die Legierungszusammensetzung die Herstellung langlebiger Zahnräder, Wellen und anderer verschleißbeanspruchter Bauteile unterstützt.

Druckwasserstoffbeständige Stähle
Druckwasserstoffbeständige Stähle sind so ausgelegt, dass sie wasserstoffbedingten Schädigungen einschließlich Wasserstoffversprödung und Wasserstoffangriff widerstehen. Sie werden für Druckbehälter, Rohrleitungen und verfahrenstechnische Anlagen eingesetzt, die wasserstoffhaltigen Umgebungen ausgesetzt sind und bei denen Beständigkeit gegen Wasserstoffeintritt und Zähigkeitsverlust wichtig ist.

Nitrierstähle
Bei Nitrierstählen handelt es sich um besondere Vergütungsstähle, die sich aufgrund der Legierungselemente Al, Cr und Mo besonders für das Nitrieren eignen. Diese chemischen Elemente wirken als Nitridbildner. Nitrierstähle haben einen Kohlenstoffgehalt von C = 0,31 - 0,41 %. Beim Nitrieren wird die Oberfläche mit Stickstoff behandelt. Dazu wird der Stahl in einem mit Stickstoff abgebenden Medium (Gas/Flüssigkeit) geglüht. Dabei bilden sich extrem harte Nitride, die die Oberfläche verschleißfest machen.

Wetterfeste Baustähle
Als Wetterfester Baustahl wird eine Gruppe von Baustählen bezeichnet, die durch die Zulegierung sehr geringer Anteile von Chrom, Kupfer, Nickel oder Phosphor eine witterungsbeständige Deckschicht (Patina) bilden. Weil diese Legierungsbestandteile so gering sind(unter 1%), unterscheiden diese Stähle sich außer in der Wetterfestigkeit nur sehr gering von den üblichen Baustähle. In der chemischen Zusammensetzung ähneln die wetterfesten Stähle den Baustählen, weshalb diese in EN 10025-5 mit erfasst sind. Die Bezeichnung der wetterfesten Baustähle, die wegen ihrer geringen Verunreinigung mit unerwünschte Elementen, wie beispielsweise Schwefel gemäß EN 10020 zu den Edelstählen gehören, wird dort analog zu den unlegierten Baustählen vorgenommen. Als letzter Buchstabe wird ein W für wetterfest bzw. WP für phosphorlegierte wetterfeste Stähle angehängt: S235J2W ist folgerichtig ein wetterfester Baustahl mit 235 N/mm² Streckgrenze. In Deutschland sind allerdings gemäß Bauregelliste A nur solche Stähle bauaufsichtlich zugelassen, die nicht phosphorlegiert sind. Die phosphorlegierten Stähle sind zwar grundsätzlich auch schweißgeeignet, allerdings müssten bei ihnen besondere Vorsichtsmaßnahmen beachtet werden. Wetterfeste Stähle, die auch COR-TEN Stähle genannt werden, finden hauptsächlich in der Architektur, bei Skulpturen und im sichtbaren Stahlbau Ihre Verwendung.

Nickel- und Cobaltlegierungen
Nickel- und Cobaltlegierungen sind metallische Werkstoffe, deren Eigenschaften durch Nickel-, Cobalt- oder kombinierte Legierungssysteme entwickelt werden. Sie zeichnen sich durch hohe Beständigkeit gegen Korrosion, Oxidation, Verschleiß und Festigkeitsverlust bei erhöhten Temperaturen aus und eignen sich dadurch für Turbinenbauteile, Anlagen der chemischen Verfahrenstechnik und andere anspruchsvolle Hochtemperaturanwendungen.

Gusseisen
Gusseisen ist eine eisenbasierte Gusslegierung, deren Eigenschaften von ihrer Zusammensetzung und ihrem Gefüge abhängen. Es zeichnet sich durch gute Gießbarkeit sowie ein breites Spektrum an Härte, Festigkeit und Duktilität aus und eignet sich dadurch für Maschinenbetten, Gehäuse, Rohre, Motorbauteile und verschleißbeständige Teile.

Stahlguss
Stahlguss ist ein Eisenwerkstoff, der durch Vergießen von Stahl in Formen zur Herstellung von Bauteilen erzeugt wird. Er verbindet die geometrische Gestaltungsfreiheit des Gießens mit der für Stahl typischen Festigkeit und Zähigkeit und eignet sich dadurch für komplexe, hoch belastete Teile wie Maschinenbauteile, Konstruktionsgussteile und Industrieausrüstung.
Keiner bestimmten Kategorie zugeordnet

Sonstige
Sonstige metallische Legierungen sind Werkstoffe, die keiner spezifischeren Werkstofffamilie zugeordnet werden können und auf Eisen-, Nickel-, Cobalt-, Kupfer- oder anderen Legierungssystemen basieren können. Sie werden für Anwendungen ausgewählt, die bestimmte Kombinationen aus Festigkeit, Härte, Zähigkeit, Verschleißbeständigkeit oder Beständigkeit gegen anspruchsvolle Einsatzbedingungen erfordern.






